• Neue Gefühle - 9 Monate

Neue Gefühle - 9 Monate

Dies ist die Phase der Entdeckungen: neue Fähigkeiten, neue Unabhängigkeit von den Eltern und auch neue Frustrationen, weil das Kind jetzt auch seine Grenzen zu bemerken beginnt. Die meisten Kinder in diesem Alter fangen nun mit dem Krabbeln an.

Neue Fähigkeiten
Das Baby lernt im Laufe seiner Entwicklung neue Fähigkeiten.
Es beginnt zu krabbeln.
Es kombiniert Silben so, als wären es Wörter.
Es nimmt Gegenstände mit beiden Händen auf und schlägt darauf.

Was wir Ihnen empfehlen
Gehen Sie in dieser Entwicklungsphase vor allem liebevoll und zärtlich mit Ihrem Baby um, aber denken Sie auch daran, dass Sie Ihre Zuneigung mit einer gewissen Unnachgiebigkeit kombinieren müssen.

Auf Erkundungstour im Haus
Wenn das Baby zu krabbeln beginnt, müssen die Eltern ihr Haus im Hinblick auf mögliche Gefahren überprüfen. Dafür ist es praktisch, wenn Sie sich selbst auf alle Viere begeben und durch das Haus „krabbeln“. Dann sehen Sie alles aus der Perspektive Ihres Kindes. In dieser Entwicklungsphase machen einige Kinder häufig eine Trotzphase durch. Viele Kinder verstehen das Wort „nein“ schon, obwohl sie es noch nicht ganz akzeptieren und wütend werden oder ein „nein“ einfach ignorieren.

Was passiert, wenn Baby schläft?
In diesem Alter handelt das Kind nicht mehr nur auf Grundlage seiner körperlichen Bedürfnisse, sondern auch die Beziehungen zu den einzelnen Familienmitgliedern spielen allmählich eine Rolle dafür. Das Kind ist sich jetzt darüber bewusst, dass das Leben weitergeht, wenn es einschläft. Das kann es jedoch ziemlich schwer akzeptieren, weil es sich dadurch wahrscheinlich ausgeschlossen fühlt. Auf der anderen Seite wird das Kind nur widerwillig zu Bett gehen, wenn seine Bedürfnisse nach Liebe und Aufmerksamkeit nicht erfüllt sind. Dies ist häufig der Fall bei Eltern, die bis spät abends arbeiten müssen und ihre Kinder daher nur wenig sehen.
Falls Ihr Kind in der Nacht aufwacht, seien Sie geduldig und trösten Sie es, aber fassen Sie sich dabei kurz. Der Trost sollte aus einer Mischung von Liebe und Unnachgiebigkeit bestehen.
Lassen Sie die Tür leicht offen, wenn Sie sehen, dass sich Ihr Kind dadurch beruhigt, und lassen Sie eine kleine Lampe eingeschaltet. Gestalten Sie das Schlafzimmer Ihres Kindes als gemütlichen Ort, legen Sie seine Lieblingspuppe oder seinen Nuggi in erreichbare Nähe, damit es sofort danach greifen kann, wenn es aufwacht.

Kommunikation: Neugier und Angst vor dem Unbekannten
In diesem Alter ist Ihr Baby hin- und hergerissen zwischen der Neugier auf Unbekanntes und der Sicherheit des Bekannten. Wenn beispielsweise ein Fremder das Haus betritt, zögert Ihr Kind, doch wenn die Mutter dabei ist, nähert es sich unerschrocken dem Fremden, um ihn kennenzulernen.
Sie werden feststellen, dass Ihr Baby in dieser Entwicklungsphase sehr aufmerksam allem gegenüber ist, was rundherum geschieht. Ihre Reaktionen sind daher besonders wichtig.
Empfehlen Sie Ihren Freunden, dass sie sich Ihrem Baby langsam nähern, ohne es zum Kontakt zu zwingen. So wird es sich schneller öffnen. Am wichtigsten für Ihr Baby ist das Gefühl, dass Sie es dabei unterstützen, seine Angst schnell zu überwinden.

Kognitive Fähigkeiten: Frustration
In diesem Alter will das Kind mehr, als es schon kann. Das bewirkt in ihm ein Gefühl der Machtlosigkeit, das durch Neinsagen und Verbote noch verstärkt wird. Ihr Baby kann jetzt wütend oder frustriert werden, wenn es etwas tun möchte und es das nicht kann oder darf. Sie können nur versuchen, Ihrem Kind beizubringen, solche Situationen zu akzeptieren.
Es sollten nicht zu viele Verbote ausgesprochen werden - und stets auf sanfte Art, ohne dabei die natürliche Neugierde des Kindes zu bestrafen.
Berücksichtigen Sie, dass ein Baby von Natur aus sehr neugierig ist. Sie können ihm nicht ständig verbieten, Gegenstände anzufassen.

Motorische Fähigkeiten: Krabbeln
Das Baby hat inzwischen alle seine Fähigkeiten vor dem Krabbeln schon so weit entwickelt, dass es sich allmählich schneller fortbewegen kann und seine Bewegungen durch Absichten motiviert sind (z.B. Ergreifen eines Gegenstandes, der sich auf der anderen Seite des Zimmers befindet). Zusammen mit seiner ebenfalls neuen Fähigkeit, Bilder im Kopf zu behalten, bringt dies das Baby dazu, zum gewünschten Gegenstand hinzukrabbeln.
Es kann sein Gleichgewicht schon besser halten und sich bewegen und drehen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Es sitzt auch schon sehr sicher.
Und es kann sich aufrecht hinstellen, wenn es sich dabei an etwas festhält. Ein sehr aktives Baby bekommt daraufhin gleich Lust, sich aufrecht zu halten, weshalb es zunächst alle Möglichkeiten zum Festhalten suchen wird.
Dass Ihr Kind aber schon aufstehen kann, bedeutet noch lange nicht, dass es sich auch hinsetzen kann. Deshalb wird es möglicherweise nach einer Weile des Stehens zu weinen anfangen. Sie müssen ihm zeigen, wie man sich hinkniet, da es andernfalls hinfallen und sich verletzen kann.

Lernprozess: Alles, was es in die Hand nimmt, muss es auch wieder hinlegen
Ihr Baby spielt jetzt mit seinem Spielzeug. Am liebsten wirft es dieses auf den Boden und erwartet, dass Sie es wieder aufheben. Es versucht dabei nicht, die Geduld seiner Eltern auf die Probe zu stellen, sondern ist einfach neugierig zu erfahren, was passiert, wenn es etwas hinwirft.
Das kontinuierliche Mitspielen einer anderen Person verschafft dem Kind eine ausserordentliche Befriedigung.
Dem Kind gefällt es, wenn Sie ihm dasselbe Spiel in unterschiedlichen Versionen vorschlagen. Sie können auch einen Papierkorb vor das Kind stellen, in den es das Spielzeug legen kann. Hiermit wird seine Treffsicherheit gefördert.

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